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Nachrichten Sonntag, 26. April 2020 (Misericordias Domini)

Meditativer Impuls für den Küchentisch am Sonntag Misericordias Domini 26.04.2020

  


Liebe Leserin, lieber Leser,

auch heute wieder treffen wir uns nicht in der Kirche, deshalb kommen einige Gedanken verbunden mit einem herzlichen Gruß von mir über meine lieben Kirchenvorsteher_Innen zu Ihnen ins Haus oder Sie können dies vor oder aus Ihrer Kirche mitnehmen.

Der Name des Sonntags: „Misericordias Domini" heißt: die „Barmherzigkeit des Herrn" und ist aus Psalm 33,5b abgeleitet:" ...die Erde ist voll der Güte (bzw. Barmherzigkeit) des Herrn."

Das Osterfest ist uns noch gegenwärtig und all die Gedanken zum Leben und zur Auferstehung des Lebens. Passend dazu kommt der Frühling gewaltig daher, überall explodiert die Natur, das helle Grün der Bäume, die kleinen Knospen und Blüten, die sich entfalten und uns erfreuen. Die Vögel und Insekten fliegen und schwirren wieder um uns herum und bei manchen Menschen wird sich der Wetterumschwung auch körperlich bemerkbar machen.

Aber die Natur kennt keine Corona-Krise und vermittelt uns ein wenig von der Kontinuität, die wir brauchen um uns zu erholen und zu freuen.

Wie können Menschen eigentlich ohne Nähe und Berührung auf Dauer leben?

Was wird diese Krise mit uns und unserem Bild vom Menschen machen?

Unsicherheit und Kontrollverlust in unseren Begegnungen können wir nur mit vernünftigem Schutz, den wir uns geben und mit aktivem Vertrauen begegnen.

Der Mensch braucht die Berührung, die Begegnung, die Anregung; auf Dauer können wir ohne diese drei nicht leben.

Ohne Glaube, Liebe und Hoffnung geht es nicht.

Einer, der das auch ganz dringend brauchte, war Thomas; einer der Jünger bzw. Freunde Jesu, der nicht dabei war, als die Frauen, die am leerem Grab dem Engel begegnet waren, zurück zu den anderen Freunden kamen und erzählten, dass Jesus nicht im Grab war, sondern auferstanden sei und lebt. Johannes 20,24 - 31

Das hat Thomas gar nicht mitbekommen; er war nicht dabei. Warum wohl? Brauchte er Abstand zu den Freunden? Als er erfährt, dass die Freunde Jesus auch begegnet sind, will er Beweise. Und die gibt es für ihn nur in der Begegnung, in der direkten körperlichen Nähe. „Ich muss ihn anfassen, damit ich es glauben kann." Thomas möchte die körperliche Nähe, die physische Realität und niemand macht es ihm zum Vorwurf, auch Jesus nicht.

Als sie sich wenig später begegnen fordert Jesus ihn sogar auf, sich das zu nehmen, was er braucht. „Fass mich an, sieh die Nägelmale in meinen Händen, fass in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern glaube!", sagt Jesus zu Thomas.

Leider berichtet die Bibel nicht darüber, ob Thomas Jesus wirklich berührt; Jesus sagt anschließend nur:

„Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du." Jesus gibt also Thomas die Chance, Nähe herzustellen und sagt dazu: "Selig sind, die nicht sehen und glauben."

Die Formulierung „Selig sind" kommt aus dem Alten Testament und bringt die Freude über das Glück des anderen Menschen zum Ausdruck. „Glücklich bist du, wenn du nicht siehst und doch glauben, vertrauen kannst." Das hebräische Wörtchen „Asrej" bedeutet „Wohl dem..."

Jesus freut sich mit denen, die ihn nicht sehen und trotzdem glücklich sein können.

Berühmt sind besonders die Seligpreisungen in der Bergpredigt Jesu. (Matthäus 5,3-11)

Selig sind also, die allein zu Hause sitzen und dennoch Kontakt zu anderen Menschen haben.

Selig sind, die unter der Ferne und den vielen Veränderungen leiden und dennoch wissen, dass alles einmal ein Ende haben wird und wir auch diese Situation bewältigen werden.

Selig sind, die diesen Stillstand, diese Entschleunigung für sich nutzen können, indem sie sich beruhigen und zu sich selbst kommen können.

Selig sind die Eltern, die viel Anstrengung mit der Beschulung der Kindern und Homeoffice haben, aber sich darüber freuen, dass sie gesund sind.

Selig sind.....

Vielleicht können Sie sich überlegen wie diese Liste weitergeschrieben oder gedacht werden kann. Welche Freude und welches Glück gibt es für Sie, obwohl wir den „normalen" Weg gerade nicht gehen können?

Obwohl uns manches fehlt und ängstigt.

Selig bist du, weil du.....

Formulieren Sie so viele Sätze wie Sie können und teilen Sie sich mit; ich bin überzeugt, Ihr Glück färbt ab und geht auf die anderen über!!

Ich glaube, manchmal ist es allein die Haltung, die uns verhilft zum Glück, die uns hilft, das Glück wahrzunehmen, den singenden Vogel zu hören, das helle Grün der Blätter anzuschauen, das sich verändernde Licht aufzunehmen und „Danke" zu sagen. Amen.

Lied EG+ 37,1 Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein; sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.

Und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.

Gott behüte Sie und Euch bis wir uns wiedersehen!

   
Ihre/Eure Heike Schulze-Wegener

  



Erstellt am Samstag, 25. April 2020
Zuletzt aktualisiert am Samstag, 25. April 2020